Im Bann der Welle von Otto Soyka
Engelhorns Nachf. Stuttgart, 1925
In diesem Roman von Otto Soyka geht es um die Ausnutzung der drahtlosen Telegraphie für die Beeinflussung von Menschen.
Sempronius Horn, ein kleiner Bankangestellter erkennt die Bedeutung der gerade entdeckten drahtlosen Telegraphie und mit Hilfe eines reichen Unternehmers baut er ein weltumspannendes Netz von Radiostationen auf. Außerdem verteilt er an ein ausgesuchtes Klientel die dazugehörigen Empfänger. Diese sind aufgrund einer neuen Technik kleiner als die üblichen Röhrenempfänger und werden von ihrem Nutzer unerkannt getragen. Zu den Kunden die ganz gierig nach den neuen Empfänger sind und die ihre Nachrichten nur mit Hilfe eines Schlüsselwortes hören können gehören sowohl die Reichsten als auch die Häftlinge in den verschiedensten Strafanstalten. So erfahren die Unternehmer und Spekulanten zum Beispiel Börsennachrichten viel früher als andere und die Gefangenen werden informiert über Zustände in ihren Gefängnissen, so dass ihnen oftmals eine Flucht viel leichter gelingt.
Doch Horn hat ganz andere Absichten als den Reichtum der anderen zu mehren und den Häftlingen die Freiheit zu verschaffen.
Als das Netz tatsächlich jeden erreichen kann, nutzt er das Phänomen der Interferenz und baut nun seine manipulierende Nachrichten in die Informationen ein. Diese beinhalten eine allgemein formulierte Anklage, die jeden betreffen könnte. Unter dieser psychologischen Beeinflussung landen einige Menschen im Wahnsinn, andere begehen Selbstmord, viele klagen sich selbst an. Aber es gibt auch Anhänger der Stimme, diese bildeten eine sektengleiche Vereinigung und nannten sich „Die Männer des Worts“. Diese Sekte machte Jagd auf diejenigen von denen sie vermuteten, die Stimme spräche über sie.
Auf diese Weise kommt das bisherige System in arge Schwierigkeiten und die Gegner der „Stimme“ versuchen den Urheber zu finden und aktivieren Privatdetektive.
Doch das Ende kommt ganz unspektakulär. Eine Vertraute erkennt, das das auf extremen Puritanismus aufgebaute Vergeltungssystem einen Fehler hat. Es fehlt das Prinzip der Verzeihung, der Gnade und dadurch ist es letztendlich unmenschlich. Gleichfalls nun die Trägerwelle ausnutzend bricht die die Suggestion.
Horns Apparat bricht zusammen. Er verschwindet mit seiner Mitarbeiterin nach Asien.
Die technischen Anlagen werden von anderen übernommen, schließlich ist die alte Ordnung wieder hergestellt.
Otto Soyka war ein österreichischer Journalist und sehr vielseitiger Schriftsteller. Er schrieb Historienromane, Kriminalromane auch Romane die zur Phantastik und zur Science Fiction gehören. Geboren wurde er am 9. Mai 1882 in Wien, wo er auch am 2. Dezember 1955 starb. .
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