Zum Nordpol und Erdkern von Frank R. Stockton
TES Reprint, 2008
Es ist 1947, ein U-Boot läuft in Richtung Nordpol aus. Das wäre an und für sich nichts besonderes. Jedoch die Erzählung in der ein solches Unternehmen geschildert wurde erschien 1897. Das U-Boot “Stichling “ soll im Auftrag des Ingenieurs und Erfinders Roland Clewe erstmalig zum Nordpol vordringen. Bisher waren alle Versuche zu Lande, in der Luft und zu Wasser gescheitert. Nun soll der Nordpol also unter Wasser erreicht werden und für die Vereinigten Staaten von Nordamerika, einen Staatenbündnis aus Grönland, Nordland, Kanada, den Vereinigten Staaten, Mexiko, Zentralamerika und Westindien, in Besitz genommen werden. Ohne größere Schwierigkeiten weicht der “Stichling” den Eisbergen und Gletschern aus und unterfährt diese um am Pol, einer eisfreien Wasserfläche, wieder aufzutauchen. Bis auf den Versuch eines unterfalschen Namen mitreisenden Abenteurers polnischer Herkunft den Ruhm der Entdecker des Pols zu sein an sich zu reisen, gab es keine Probleme auf der Forschungsreise.
Clewe, der Erfinder des Elektro-U-Bootes beteiligte sich nicht selber an der Expedition. Er forschte bereits wieder an neuen technischen Entwicklungen. So erfand er einen artesischen Strahl, der Dinge und Gelände bis in unwahrscheinliche Tiefen durchleuchten konnte. Eigentlich für das Militär wollte er eine neuartige selbstangetriebene Bombe mit ungeheurer Durchschlagskraft entwickeln. Doch durch ein Missgeschick wurde die Bombe ausgelöst und drang mehrere Meilen in das Erdinnere vor. Als Nebeneffekt dieser Geschichte entdeckte Clewe als er sich in den entstandenen Schacht hinabließ, das das Erdinnere aus einem riesigen Diamanten bestand. Die Höhlen dort unten erforscht er aber aus einer instinktiven Furcht heraus nicht weiter.
Inzwischen sind die Nordpolfahrer auch wieder erfolgreich zurückgekehrt. Mit ihnen auch der Pole Rovinski, der nun den Behörden übergeben wurde. Er kann fliehen und kommt bei dem Versuch den Schacht ins Erdinnere hinabzufahren durch ein seltsames Pech ums Leben.
Clewe verschließt den Schacht nachdem er sich mit ausreichend Diamanten versorgt hat. Mit Hilfe seines Strahls kann er anderen Wissenschaftlern die Beschaffenheit des Erdinnern vorführen. Dabei kann er aber nicht jeden Skeptiker überzeugen. Das ist ihm aber egal, denn er hat nun sein Glück an der Seite seiner jungen Frau gefunden.
“Zum Nordpol und Erdkern” ist die gekürzte Fassung des Romans “The Great Stone of Sardis”. Diese Kurzfassung wurde 1899 in der Zeitschrift “Illustrierte Welt” veröffentlicht.
Die U-Boot-Reise ist in dieser Fassung eher unspektakulär, über die Unterwasserlandschaft wird so gut wie nichts berichtet. Auch die Darstellung des Erdinnern fällt ziemlich nüchtern aus. Dabei folgt sie der für diese Zeit üblichen Hohlwelt-Theorie, wie sie am deutlichsten wohl Jules Verne dargestellt hatte.
Trotzdem ist auch diese Kurzfassung, die von Gerd-Michael Rose nun in der Zeitschrift “Der Uparchäologe” wieder veröffentlicht wurde ein gutes Exempel der wissenschaftlichen Phantastik unserer Vorfahren. Frank Richard Stockton ist ein amerikanischer Schriftsteller, der bekannt war für humoristische Erzählungen und für Jugenderzählungen. Er lebte vom 5. April 1834 – 20. April 1902.
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