Hemmann: Rat der Planeten

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Tino Hemmann: Der Rat der Planeten (Trilogie)
Engelsdorfer Verlag 2009

»Fünfeinhalb Irre im All« ist der Titel des ersten Bandes. Man weiß zunächst nicht so recht, liegt hier eine Persiflage vor einem oder meint es der Autor ernst mit seinem Buch, das der Auftakt zur Trilogie »Rat der Planeten« ist. Der eigenartige Titel und die der berühmten Star-Wars-Laufschrift ähnliche Gestaltung des Klappentextes lassen vermuten, hier läge eine Art Parodie der Kultserie vor. Doch so einfach ist es nicht.
Tino Hemmann, der Chef des Engelsdorfer Verlages und Autor einer ganzen Reihe anderer Bücher, hat sich zweifellos irgendwo an Star Wars orientiert, aber nicht so eng, dass man sein Buch als eine Persiflage darauf sehen könnte. Eher ist es eine Art Hommage. Ebenso ohne Zeifel ist, dass die Trilogie eine richtige Space Opera ist.
Sie beginnt auf einem Planeten, der auf den ersten Blick die Erde sein könnte, es aber nicht ist. Die trotzdem irdischen Namen irritieren daher, ebenso der etwas konfuse Anfang mit mehreren Zeitebenen. Später wird es dann geradliniger und besser lesbar. Ein sich schnell auf den Planeten zu bewegender Körper wurde im All entdeckt und eine kleine Gruppe vermutet, dass die anfliegenden Fremden Böses im Schilde führen. Statt die Welt zu warnen (was natürlich auch recht nutzlos wäre) beschließen sie, ein Raumschiff zu stehlen und sich die Sache aus sicherer Entfernung hinter dem Mond anzusehen. Parallel lernt der Leser den 12-jährigen Adam kennen, der seltsame Träume hat – und auf nie ganz geklärte Art ebenfalls auf das Raumschiff gerät. Als der archetypische Blinde Passagier.
Die Vorahnungen werden nur zu wahr: Die Aliens vernichten jedes Leben auf der Heimat unserer Helden und diese vertäuen ihr Shuttle noch schnell an deren Kreuzer, denn auf 40-fache Lichtgeschwindigkeit wie der bringen sie es nicht. Also sozusagen per Anhalter. Lässt hier etwa Douglas Adams grüßen?
Wie sich bald herausstellt, ist das alles so geplant gewesen, der finstere Herrscher eines Sternenreiches hat es auf Adam abgesehen, der ein ganz besonderes Kind ist. Doch der Wunderknabe lässt sich von Admiral Alyta nicht so einfach vereinnahmen …
Die Gruppe um Adam, denn er ist der Held dieses Buches, die anderen spielen nur Nebenrollen, gerät mitten in einen Konflikt zwischen Alytas Ikoniern und die Menschen, deren Kaiserin – mmm, an wen erinnerte sie mich nur? – sich kurzzeitig Adams annimmt.
Nun, es ist waschechter Space Opera Stoff, voll mit Raumkreuzern, Imperatoren und Kaiserreichen, Allianzen und fiesen Aliens. Adam gehört mit dem Sohn der Kaiserin und einem grünen Mädchen namens Gladiola zu den einzigen Menschen mit synusischen (telepatischen) Fähigkeiten und ist damit für viele sehr wichtig. Unter anderem bräuchte man sie, um in den 1. Distrikt des Alls zu den Synusiern vordringen und ihr Gebiet erobern zu können. Auch das ist typisch Space Opera: das All so zu sehen, als wäre es eine Ansammlung afrikanischer Kleinstaaten.
Das Buch endet mit der Niederlage der Rebellen, äh, woran erinnert mich das nun wieder? Aber es ist schließlich eine Trilogie und noch nicht aller Tage Abend …

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Der 2. Band heißt »Invasion der Robomutanten« und setzt die Geschichte nach einiger Zeit fort. Adams Kinder rücken nun in den Mittelpunkt des Geschehens. Auf der Gegenseite immer noch die bekannten Finsterlinge aus dem 1. Teil. In diesem Buch geraten die Helden nun tatsächlich auf die Erde – Merkel und Obama haben einen kleinen Auftritt am Rande, es soll also zur heutigen Zeit passieren.
Die teilweise recht »flapsige« Sprache kann nicht ganz die Grausamkeiten und Brutalitäten überspielen, die zu so einer ultimaten Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse zu gehören scheinen. Man muss sich ein wenig an den Stil gewöhnen. Aber warum muss ein Außerirdischer unbedingt Komsomolzew heißen und wie ein Joda-Verschnitt reden? Das ist ziemlich albern und noch dazu unlogisch.

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Im 3. Band »Die Rache der Zwillinge« kommt dann das Finale und die Auflösung von allem auf den Leser zu. Die letzten Menschen mit synusischen Fähigkeiten sind nun die Zwillinge, die es geschafft haben, den alten Widersacher zu erledigen. Es geht noch einmal heiß her in diesem Teil, denn der Autor spart nicht mit Verwicklungen.
Alles in allem eine Space Opera, die deutlich an Star Wars oder Dune erinnert, an einigen Stellen sogar zu deutlich. Aber das tut der Sache keinen Abbruch. Man kann die drei Bücher, die außerdem mit recht lesefreundlichem großzügigem Zeilenabstand gedruckt sind, recht schnell durchlesen. Ordentliche Unterhaltung mit Action und witzigen Ideen.

 

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