Aus alten Bücherschränken - Heinz Bierkowski: Die Welt ohne Schlaf

Welt ohne Schlaf

Die Welt ohne Schlaf von Heinz Bierkowski
Berlin: Scherl-Verlag, 1940 (1944)

Dieser Roman erschien 1940 im Berliner Verlag Scherl. Die Ausgabe die mir vorliegt ist von 1944.
Der deutsche Wissenschaftler Daniel Versin sitzt in einer Irrenanstalt und hat die Geschichte seiner letzten Jahre verfasst.
Seine Probleme begannen mit der Begegnung mit den norwegischen Wissenschaftler Troll Torrmahnen, der genau wie er das Phänomen des Schlafes untersucht. Aber nicht allein untersucht, dieser will den Schlaf des Menschen ausschalten, um somit ein höheres geistiges Potential zu erreichen, denn seiner Meinung nach, beraubt der Schlaf den Menschen um ein Drittel seiner Lebens- und Schaffenszeit.
Daniel Versin beginnt in der Forschungsgruppe Tormahnens mit zuarbeiten, dabei ist sein Ziel, die Sabotage der Forschung. Denn ihm selbst wurde mehr und mehr bewusst wie wichtig der Schlaf für das seelische Gleichgewicht ist, und keinesfalls nur eine lästige, überflüssige Einrichtung der Natur.
Als das Ziel von Tormahnens Forschung der Öffentlichkeit bekannt gemacht wird, beginnt eine heftige kontroverse Diskussion, die durch die Medien verstärkt wird.
Trotzdem werden die Experimente weitergeführt. Zunächst werden biochemische Versuche durchgeführt, die nicht die gewünschten Ergebnisse bringen, dann beginnt man operative Eingriffe an Tieren vorzunehmen. Nachdem hier ein scheinbarer Erfolg erzielt wurde, die Tiere schlafen nicht mehr ein, will man die Operationen an Menschen vornehmen. Experimentiermaterial sollen zum Tode verurteilte Verbrecher sein.
Die Operation gelingt, tatsächlich können die Probanden nicht mehr Schlafen, jedoch kommt einer nach den anderen auf gewaltsame Art ums Leben, durch Selbstmord oder Erschießung nach einer dem Wahnsinn gleich kommenden Raserei.
Trotzdem will nun auch Troll Torrmahnen die Operation an sich ausführen lassen. Daniel Versin tut dies nach längeren Drängen, er ist der einzige der weis wie die Operation durchgeführt werden muss.
Auch bei Troll Torrmahnen gelingt die Operation, und auch er verfällt nach und nach dem Wahnsinn, den die Schlaflosigkeit herbeiführt.
Daniel Versin, der Operateur, wird vor allem durch den Minister Olaf Torrmahnen, den Bruder Trolls ausspioniert. Dieser sieht in einer Welt ohne Schlaf die Möglichkeit , sich selbst auf die erste Position im Lande oder gar der Welt zu setzen. Deshalb propagiert er auch mit Unterstützung der Medien diese Idee als Heilsbringende Methode, das Potential der Menschheit zu erhöhen. Gegner werden rücksichtslos durch den aufgestachelten Mob terrorisiert und außer Landes getrieben.
Nun da Troll Torrmahnen selbst nicht mehr in der Lage ist Schlaf zu finden, richtet er sich selbst gegen die wahnwitzige Idee und versucht die Ergebnisse der Experimente, zu denen er auch selbst zählt zu vernichten. Aber auch Daniel Versin, der als einziger die korrekte Stelle im Gehirn kennt, wo der Eingriff auszuführen ist, muss beseitigt werden.
Es kommt zum Zusammenstoß zwischen den beiden Wissenschaftlern, der mit einen alles vernichtenden Feuer endet.
Abgesehen vom Sprachlichen und Stilistischen, dass in der damaligen Zeit mehr als typisch war, ein spannender und interessanter Roman, der Eingriffe ins menschliche Gehirn thematisiert.Zum Autor konnte ich leider nur ermitteln, dass er noch den Roman „Der Mann ohne Gesicht“ geschrieben hat und wahrscheinlich identisch ist mit dem gleichnamigen Drehbuchautor der UFA.

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